Vergleich
Aktualisiert: 5. November 2026 12 minVon Anton Atamanovski · Diplom-Informatiker (FH)

Bolt.new vs Lovable vs v0: Was die Tools heute wirklich können

Alle drei Tools haben sich deutlich verändert. Viele ältere Vergleiche beschreiben Grenzen, die es so nicht mehr gibt: Bolt hat eine eigene Datenbank, v0 baut Full-Stack-Apps, Lovable lässt sich aus dem Tool heraus per Git weiterführen.

Dieser Vergleich steht deshalb nur auf dem, was die Anbieter selbst dokumentieren, Stand 5. November 2026. Bewertungen wie "schneller" oder "schöner" lassen wir weg, denn die kannst du nicht nachprüfen. Die Preise findest du bei den Anbietern, weil sie sich häufig ändern.

Bolt

Web-Apps plus Expo für Mobile

Dokumentierte Fähigkeiten

  • Bolt Cloud bündelt Hosting, Datenbank, Anmeldung und Dateispeicher
  • Mobile Apps über die Expo-Integration, eine Codebasis für iPhone und Android
  • GitHub-Sync in beide Richtungen, bestehende Repositories lassen sich importieren
  • Security-Audit im Publish-Menü (kostenpflichtige Pläne), Datenbank-Check in allen Plänen

Dokumentierte Grenzen

  • Backend nur in JavaScript: PHP oder Python werden laut Doku nicht unterstützt
  • Ein als Web-App gestartetes Projekt lässt sich nicht einfach auf Mobile umstellen
  • Store-Veröffentlichung läuft außerhalb von Bolt über EAS, App Store Connect und Play Console, mit eigenen Entwicklerkonten
  • Branches lassen sich in Bolt nicht zusammenführen, das geschieht in GitHub
Passt zu: JavaScript-Projekte, bei denen Datenbank und Hosting aus einer Hand kommen sollen, oder ein Einstieg in Expo

Lovable

Web-Apps mit integriertem Backend

Dokumentierte Fähigkeiten

  • Integriertes Backend mit PostgreSQL, Login und Dateispeicher, alternativ das eigene Supabase-Projekt
  • Git-Sync mit GitHub, GitLab oder Bitbucket in allen Plänen
  • Frontend und Backend lassen sich unabhängig voneinander umziehen
  • Quick Scan beim Veröffentlichen, Deep Scan auf Anforderung

Dokumentierte Grenzen

  • Erzeugt laut FAQ keine React-Native-Projekte; für die Stores bleibt PWA oder eine Hülle wie Capacitor außerhalb von Lovable
  • Framework und Datenbank sind nicht frei wählbar
  • Datenbankinhalte und hochgeladene Dateien sind nicht im Git-Sync enthalten und müssen getrennt umgezogen werden
  • Auftragsverarbeitungsvertrag laut FAQ erst in den Plänen Business und Enterprise enthalten
Passt zu: Web-Anwendungen mit Datenbank und Login, die im Chat entstehen und später per Git weitergeführt werden sollen

v0

Next.js-Apps mit Vercel-Anbindung

Dokumentierte Fähigkeiten

  • Längst nicht mehr nur UI: Full-Stack-Apps mit API-Routen und Datenbank-Integrationen
  • Integrationen für Supabase, Neon, Upstash und Vercel Blob
  • Git-Workflow mit Arbeitsbranches und Pull Requests, Vorschau-Deployments je Branch
  • Code lässt sich exportieren und auch außerhalb von Vercel betreiben

Dokumentierte Grenzen

  • Standard ist Next.js; die Doku nennt es als die zuverlässigste Grundlage
  • Veröffentlichen aus v0 setzt ein verbundenes Vercel-Projekt voraus
  • Auf den von uns geprüften Doku-Seiten keine Funktion zum Erzeugen nativer iOS- oder Android-Apps
  • Die FAQ weist darauf hin, dass Ergebnisse unvollständig sein oder Fehler enthalten können und selbst zu prüfen sind
Passt zu: Teams, die ohnehin mit Next.js und Vercel arbeiten und ihre Änderungen als Pull Request prüfen wollen

Direkter Vergleich

Stand 5. November 2026, nach den unten verlinkten Dokumentationen. Kein Testurteil.

AspektBoltLovablev0
Technische BasisJavaScript-Frameworks, Backend in Node.jsEinheitlicher Stack: neue Apps seit 13.05.2026 mit TanStack Start, ältere mit React und ViteStandard Next.js mit App Router, Tailwind CSS, shadcn/ui
DatenbankBolt Database oder Supabase (Pro/Teams, Wahl beim Anlegen)Integriertes Backend oder eigenes Supabase-ProjektIntegrationen: Supabase, Neon, Upstash, Vercel Blob
AnmeldungAuf Anforderung; E-Mail und Google in den EinstellungenIm integrierten Backend enthaltenAuf Anforderung per Prompt, keine eigene Doku-Rubrik auf der Full-Stack-Seite
Native AppsÜber Expo, Veröffentlichung per EAS und Store-KontenNein, PWA oder Hülle außerhalb von LovableNicht dokumentiert (geprüfte Seiten)
Code-PortabilitätGitHub-Sync, Code gehört laut Doku dirGit-Sync in allen Plänen, ZIP-Download in BezahlplänenExport und optionale Git-Anbindung
Hostingbolt.host, eigene Domain ab Pro, alternativ NetlifyLovable oder eigener Host; Editor selbst nicht selbst hostbarVercel; nach Export auch anderswo
SicherheitsprüfungSecurity-Audit in sechs Bereichen (Bezahlpläne), Datenbank-Check für alleQuick Scan beim Veröffentlichen, Deep Scan auf AnforderungGenerierter Code wird laut Doku vor der Ausführung analysiert; ein projektbezogenes Audit fanden wir auf den geprüften Seiten nicht, die FAQ verweist auf Eigenprüfung
Nachweise des AnbietersAuf den geprüften Seiten nicht genanntSOC 2 Type II, ISO 27001:2022, DSGVO-Aussagen zur PlattformLaut Doku Teil von Vercels SOC-2-Type-2-Attestierung, DSGVO-Aussage

Die wichtigste Erkenntnis

Die Frage ist nicht mehr, ob ein Tool eine Datenbank oder einen Login anbietet. Die Frage ist, ob dein konkretes Produkt mit diesen Bausteinen sicher und betreibbar gebaut wurde. Das steht in keiner Feature-Liste. Lovable sagt selbst: Die Werkzeuge finden häufige Probleme, können aber keine vollständige Sicherheit garantieren, und die Verantwortung für die Anforderungen deines Einsatzzwecks liegt bei dir.

Was wir an deinem konkreten Produkt prüfen

Unabhängig vom Tool sind das die Fragen, die über den Launch entscheiden:

Rechte und Datentrennung

Kann ein Nutzer Daten eines anderen sehen oder ändern? Alle drei Anbieter delegieren das an Regeln wie Row Level Security, und genau dort entstehen die Fehler. Lovable schreibt selbst, dass fehlende RLS-Regeln der häufigste Weg sind, wie App-Daten offengelegt werden.

Geheimnisse und serverseitige Logik

Liegen Schlüssel im Browser? Wird die Berechtigung auf dem Server geprüft? Bolts Doku warnt vor Regeln ohne Bedingung, Lovables Doku vor Server-Code, der mit der Service-Rolle RLS umgeht.

Zahlungen und Geschäftsregeln

Lassen sich Preise manipulieren, Schritte überspringen, Gutscheine mehrfach einlösen? Das hängt an deiner Logik, kein Scanner kennt deine Geschäftsregeln vollständig.

Datenschutz und Verträge

Welche Dienste verarbeiten personenbezogene Daten, gibt es einen Auftragsverarbeitungsvertrag für deinen Plan, wo laufen die Daten? Das entscheidet sich an deinem Plan und deinen Integrationen, nicht am Zertifikat des Anbieters.

Betrieb nach dem Launch

Backups, Migrationen, Monitoring, Staging, Rollback und Tests. Lovable führt zum Beispiel beim Git-Sync geänderte Migrationen nicht automatisch aus. Wer die App weiterbetreibt, muss solche Abläufe kennen.

Weg in die Stores

Brauchst du wirklich eine App im Store? Apple verlangt in Richtlinie 4.2 mehr als eine verpackte Website und in 5.1.1(v) eine Konto-Löschung in der App. Das prüfen wir, bevor Aufwand entsteht.

Weiterbauen oder neu bauen?

Wir prüfen den Prototyp und entscheiden begründet zwischen Weiterbauen, Refactoring und Neubau. Oft dient er als Referenz für Design und Funktion, und der produktive Teil wird neu gebaut. Das steht vor dem Festpreis fest.

Dein Prototyp steht - und jetzt?

Egal mit welchem Tool du gebaut hast: Das Prototyp-Audit prüft deine Anwendung für 990 EUR Festpreis und liefert in 5 Werktagen einen Sicherheits-Check, eine Architektur-Bewertung und einen schriftlichen Fahrplan.

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Häufige Fragen

Bolt.new oder Lovable - was ist besser?

Das hängt von deinem Ziel ab. Beide bauen laut Doku vollständige Web-Apps mit Datenbank und Anmeldung. Der klarste dokumentierte Unterschied ist Mobile: Bolt bietet die Expo-Integration, Lovable erzeugt keine React-Native-Projekte und verweist auf PWA oder eine Hülle wie Capacitor. Für die Weiterarbeit außerhalb des Tools bieten beide Git-Sync.

Kann ich mit diesen Tools eine echte App bauen?

Technisch ja: Alle drei liefern laufende Anwendungen, und Bolt beschreibt den Weg bis in die Stores. Ob deine App für echte Nutzer und echte Daten taugt, hängt aber nicht am Tool, sondern am konkreten Ergebnis: Rechte, Geschäftslogik, Datenschutz und Betrieb. Das muss für jedes Produkt einzeln geprüft werden. Lovable schreibt selbst, dass seine Scans keine vollständige Sicherheit garantieren können.

Was kostet es, einen Vibe-Coding-Prototyp produktionsreif zu machen?

Zuerst steht die Prüfung: Das Prototyp-Audit kostet 990 EUR Festpreis und liefert in 5 Werktagen einen Sicherheits-Check, eine Architektur-Bewertung und einen schriftlichen Fahrplan. Danach: Launch ab 5.000 EUR (Bereinigung und Veröffentlichung als Web-App, keine mobilen Apps), Pro ab 10.000 EUR (iOS und Android, überschaubarer Funktionsumfang), Scale ab 15.000 EUR (zusätzlich Payment, Admin, Push, Echtzeit). Alle "ab"-Preise hängen vom geprüften Umfang ab.

Muss ich den Prototyp neu bauen lassen?

Das lässt sich nicht pauschal sagen. Wir prüfen deinen Prototyp und entscheiden begründet zwischen Weiterbauen, Refactoring und Neubau. Oft dient er als Referenz für Design und Funktion, und der produktive Teil wird neu gebaut. Das steht vor dem Festpreis fest.

Welches Tool sollte ich für meinen Prototyp nutzen?

Bei einem klaren Wunsch nach iOS und Android: Von den dreien haben wir nur bei Bolt einen dokumentierten Weg gefunden, nämlich über Expo. Für eine Web-App mit integriertem Backend passen Bolt und Lovable. Wenn du ohnehin mit Next.js und Vercel arbeitest, liegt v0 nahe. Preise und Limits ändern sich häufig, schau dafür direkt auf die Seiten der Anbieter.

Welches Tool du auch genutzt hast: Wir prüfen, was daraus werden kann

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